Aufgrund des Wetterberichts kurzfristige Umplanung des Tourenziels fürs Wochenende –> Aus Splügen wird Ötztal. Eine goldrichtige Entscheidung wie sich später herausstellt. Anfahrt bis Niederthai zum großen Parkplatz, Ticket gelöst (Automat der auch Bankomat nimmt, 12 Euros für 3 Tage) und Aufstieg im kurzen Leiberl über die Forststraße zur Schweinfurter Hütte. Letztes Frühjahr war ich ebenfalls hier zu Gast – damals hatte es allerdings durchgehend einen halben Meter mehr Schnee. Bereits die Anreise durch Inn- und Ötztal ließen uns überlegen, die Ski doch gegen die Kletterausrüstung einzutauschen…

Wie dem auch sei, hilft alles nix und die neuen Ski+Felle wollen auch eingeweiht werden. Nachdem wir die Rucksäcke bei der Hütte entladen spuren wir Richtung Kraspesspitze, die wir aufgrund der einbrechenden Dämmerung nicht erreichen. Also suchen wir uns ein schönes Kar, das wir hochspuren. Die Abfahrt ist oben tiptop – je näher wir der Hütte kommen wird es schneeärmer und der wenige Schnee der da ist macht nicht wirklich Freude. Egal, auf der Hütte wartet die Wirtin schon mit dem Essen – denn wir +4 SalbzurgerInnen +3 Spätankömmlinge sind die einzigen Gäste.

Samstag

Samstagmorgen rücken wir gut gestärkt zu einem langen Tag aus: Erst einmal folgen wir dem Zwiselbach, den wir beim 2. Wegweiser nach links in den Hang hinein verlassen. Rückblickend die falsche Entscheidung denn die Querungen sind sehr mühsam. Wesentlich besser ist, dem Bach weiter bis zum 3. Wegweiser zu folgen und dort abzuzweigen. Wir steigen auf die Breite Scharte, wo wir einen guten Durchschlupf auf die andere Seite finden. Bei der Abfahrt halten wir uns Richtung Neue Pforzheimer Hütte – als wir diese in der Ferne sehen ziehen wir allerdings nach rechts und nehmen die nächstbeste Aufstiegsspur oberhalb des Gleirschbachs, der uns zum gleichnamigen Ferner führt. Unterhalb eines steilen, engen Hangstücks schnallen wir ab und stampfen dem Gleirschfernerkogels entgegen. Nachdem die Zeit vorangeschritten, der nächste Hangteil im Schatten und wir doch etwas ausgelaugt sind lassen wir Pickel und Steigeisen im Rucksack, versuchen unser Glück ohne extra Material und kommen in der Hälfte des Hangs drauf, dass es besser ist umzukehren. Schade eigentlich, aber heute hat’s einfach nicht sein sollen. Durch die breite Rinne geht’s runter und wir queren nach rechts, wo wir einen ebenfalls steilen, aber deutlich breiteren Hang ca. 100 hm zur Roßkarscharte aufsteigen. Auf der Winnebacher Seite blitzt ein Stahlseil aus dem Schnee, das wir aufgrund einer Wechte oben zwar nicht erreichen, allerdings können wir problemlos seitlich davon abstiegen und erreichen das Seil ca. in der Mitte. Weiter geht’s zum Winnebachjoch und linkerhand bis zum Westfalenhaus – unserem heutigen Nachtlager. Info am Rande: Westfalenhaus: Verpflegung bei HP tiptop – hier verhungert garantiert niemand!

Sonntag

…kreuzen wir zahlreichen jungfräuliche Lawinenkegel am Weg zum Winnebachjoch. Auf der anderen Jochseite geht’s der Winnebachseehütte entgegen, unterhalb des Letschhorns vorbei und über vorhandene Spur zu einem breiten Durchschlupf westlich des Zwiselbachjochs. Am Grießkogeljoch treffen wir wieder unsere Salzburger Freunde (so ein perfektes Timing wäre geplant wohl nie möglich:-)). Gemeinsam steigen wir zum Gipfel des Breiten Grießkogel, den wir heute Nachmittag für uns alleine haben und uns bei Windstille in der Sonne die Jause so richtig schmecken lassen. Abgefahren wird über den Grasstalferner (perfekt!), rechts am steilen Bruch vorbei durch eine Rinne Richtung Grasstalsee, bis zu dem wir nicht ganz abfahren. Kurz unterhalb der Felsen queren wir zu einem Wegweiser, der uns direkt über ein Kar auf die Klüftböden führt. Ab hier können wir glücklicherweise guten Spuren führen und somit unsere Ski schonen. Bald erreichen wir einen Güterweg und später die Forstraße nach Niederthai.

Fazit

Tragisch wie wenig Schnee hier im Vergleich zum letzten Jahr liegt. Abgesehen davon eine abwechslungsreiche, doch etwas zehrende Tour, bei der weniger die Abfahrten als das Gesamterlebnis und die Landschaft im Vordergrund stehen.

GPS-Track Freitag:

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GPS-Track Samstag:

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GPS-Track Sonntag:

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HIKR: www.hikr.org/tour/post91162.html