Winter im Langtauferer Tal

Prolog

Nach unserem tollen Aufenthalt letzten Herbst, stand für uns fest, dass wir im Winter ebenfalls Urlaub im „Bergrefugium“ Langtaufererhof im gleichnamigen Tal machen werden. Dieses Mal mit Tourenski und Langlaufausrüstung im Gepäck, um für alle Möglichkeiten, die im Tal geboten werden, gut gerüstet zu sein. Wie es uns dabei gegangen ist, erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag…

Das Langtauferer Tal – ein schönes Fleckchen Erde im Südtiroler Vinschgau

Kennt ihr dieses Bild? Dieses Bild vom alten, steinernen Kirchturm im See? Wenn nicht, dann ist es höchste Zeit, „Kirchtum See“ zu googlen.

Die Rede ist vom kleinen Ort Graun am Reschensee mit seinem berühmten, versunkenen Kirchturm, der jährlich zig-tausende Touristen anlockt und als begehrtes Fotomotiv in keinem Album fehlen sollte. Im Winter macht dieser einen besonderen Eindruck, inmitten des zugefrorenen und verschneiten Reschensees, auf dem sich Langläufer, Spaziergänger und Snowkiter tummeln. Der nahe Grenzort Nauders bietet aufgrund seiner tollen Ski-Infrastruktur auch klassischen Alpinskifahrern viele Möglichkeiten.

Wer es ruhiger und naturbelassen möchte, der zweigt (von Norden her kommend) direkt nach dem Tunnel in Graun nach links (Osten) ab und folgt der Straße rund zehn Kilometer ansteigend ins Langtauferer Tal. Der Talschluss in Melag, mit dem grandiosen Blick auf das Gletschermassiv der Weißkugel, ist gleichzeitig der Ausgangspunkt für herrliche Touren.

Die Anreise gestaltet sich mit dem Auto einfach: Vom Inntal entweder via Landeck über die kurvenreiche Straße oder ab dem Knoten Oberinntal gemütlich durch den Landecker Tunnel der B180 nach Süden folgend. Diese geht in die SS40 über, die am Reschensee entlang verläuft und weiter ins Vinschgau führt. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert bis zum Bahnhof Landeck komfortabel. Von hier aus geht es mit dem Bus weiter nach Nauders. Dort ist es wichtig auf die Taktzeiten zu achten und den Busfahrplan zu kennen.

Perfekter Stützpunkt: 4* Bergrefugium Langtaufererhof

Der Langtaufererhof liegt im Ortsteil Kappl und ist ein stilvolles 4-Sterne-Haus, das wirklich alle Stückln spielt: Die Zimmer im neuen Trakt sind im „Alpin-Stil“ mit klarem Bezug zur Umgebung gestaltet und offenbaren charmante Details. Die Küche ist hervorragend: besonders erwähnenswert ist das großzügige Frühstücksbuffet (unbedingt das frische, selbstgemachte „Birchermüsli“ probieren!) sowie das ausgezeichnete 4/5-gängige Abendmenü mit mehreren Wahlmöglichkeiten. Von 14-17 Uhr genießt man im Winter ein köstliches Kuchen-Buffet – mit etwas Glück auf der warmen Sonnenterrasse. Dazu gibt’s Cappuccino für die Mama, Babyccino für unsere kleine Maus und für den Papa Aperol-Spritz. Familie Thöni verwöhnt ihre Gäste und Hausherr Sepp Thöni hat als leidenschaftlicher Bergler stets wertvolle Tourentipps parat.

Das abwechslungsreiche Wochenprogramm bietet unterschiedliche Aktivitäten, wie z.B. Yoga, Qigong, Nachtwanderungen mit Glühwein, Schneeschuhtouren, Pferdekutschenfahrten und vieles mehr. Als besondere Leckerbissen werden im Winter auch Lawinenvorträge und ähnliches geboten. Wer es gemütlicher angehen möchte, kann sich auch direkt im Hotel eine Rodel ausleihen und beispielsweise vom „Bergrestaurant Maseben“ per Rodel ins Tal flitzen.

Wellness & Herzblut

Ein wahres Gustostückerl sind die beiden Wellnessbereiche im Untergeschoss und auf dem Dach. Letzterer bietet durch das Panoramafenster der finnischen Sauna einen herrlichen Blick auf die 3751m hohe  Weißkugel und auch vom Outdoor-Whirlpool aus kann man das großartige Rundumpanorama auf die verschneite Umgebung, genießen Eine Etage tiefer lässt es sich im „Alpine-Silence-Room“ komfortabel entspannen, Yoga machen, oder einfach nur in einem guten Buch der hauseigenen Bibliothek schmökern. Im Untergeschoss befinden sich Dampfbad, Saunen, Wasserbetten, Ruhebereiche, Whirlpool und einiges mehr. Perfekt, um die müden Beine nach einem fordernden Skitag zu erholen! Wer möchte, gönnt sich eine der wirkungsvollen Massagen beim hervorragenden Masseur und Wellnesstrainer Rudi, direkt im Haus um wirklich vollends zu entspannen.  

Insgesamt merkt man an jeder Ecke des Hauses, dass Familie Thöni viel Liebe in ihr Herzstück steckt und dass ihnen das Wohl der Gäste ein großes Anliegen ist. Dies zeigt sich beispielsweise bei den liebevollen Einrichtungsdetails und den geschmackvoll angerichteten, leckeren Speisen. Denselben Spirit spüren wir auch beim gesamten Team, das sich sehr engagiert und stets freundlich um die Hausgäste bemüht. Die ausgezeichneten Bewertungen auf bekannten Online-Buchungsplattformen sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache!

Freizeitmöglichkeiten im Tal

Im Winter bietet das Langtauferer Tal vor allem entschleunigten Bewegungssuchenden viele Möglichkeiten: neben einer schneesicheren 14,5km langen Langlaufloipe finden sich zahlreiche Schitouren und Schneeschuhrouten  auf die umliegenden Berggipfel. Steffi testet gleich zu Beginn die Langlaufloipe, die in angenehmer Steigung bis zur Melager Alm führt und praktisch direkt bis zum Langtaufererhof führt. Die Loipe wird perfekt präpariert für den klassischen Stil sowie Skating und kann als Runde gefahren werden, die auf der anderen Bachseite durch den Wald zurückführt. Ein Einstieg ist an zahlreichen Stellen möglich. Steffi entscheidet sich dafür, auf der sonnigen Seite des Tals zu bleiben – eine gute Entscheidung – denn sie sieht am Rückweg zwei Steinböcke und fast 30 Gämsen auf den Südhängen. Direkt neben der Loipe führt von Melag weg der ebenso gut präparierte Wanderweg parallel zur Loipe Richtung Melager Alm. Dort können Besucher einen Spaziergang genießen oder komfortabel mit der Pferdekutsche bis zur Alm und wieder zurückfahren. Bestens versorgt wird man bei der Melager Alm oder im kleinen Imbiss „Evi’s Hittl“ direkt in Melag.

Tourenmöglichkeiten im Überblick

Der aktuelle Lawinenlage- sowie Wetterbericht liegt täglich bei der Rezeption auf, oder kann per WLAN auf dem eigenen Smartphone/Tablet abgerufen werden. Die folgende Grundsatzentscheidung ist, ob man sich auf sonnigen Südhängen (oft Firn) oder schattigen Nordhängen (oft Pulver) bewegen möchte. Viele Ziele sind mit knapp über 1.000 HM gut als Tagestour machbar – die meisten davon ohne Gletscherkontakt. Natürlich gibt es auch abenteuerliche Touren, wie beispielsweise auf die Freibrunner Spitze. Wir waren 6 Tage vor Ort und haben trotz täglicher Skitouren bei schönstem Wetter nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausgeschöpft! Liebes Langtauferertal: Wir kommen sicher wieder :-)

Südlich des Langtaufererhofs stehen noch die Liftstützen des stillgelegten Sessellifts, der auf die Alm „Maseben“ führt. Während der Hüttenöffnungszeiten wird ein günstiger Transport per Pistenbully oder Skidoo hoch zur Alm angeboten. Hier befinden sich ein Schlepplift sowie zwei Pisten – ideal für Anfänger und Kinder. Die Talabfahrt wird ebenfalls präpariert und somit lässt es sich nach einer ausgedehnten Skitour komfortabel ins Tal cruisen. Außerdem eignet sich diese Talseite für Aufstiege bei höherer Lawinenwarnstufe. Die Aussicht von der perfekt gelegenen Hüttenterrasse ist grandios und für Kinder gibt es einen Spielplatz. 

Skihochtourengehern sticht der bekannteste und höchste Gipfel der Region – die Weißkugel mit gut 3.700 Metern – ins Auge. Als 1.900-Höhenmeter-Tagestour ist dieser Berggipfel allerdings vorwiegend fitten Menschen vorbehalten. Die Weißkugelhütte dient im Sommer als Stützpunkt für die Besteigung und wird im Winter nicht bewirtschaftet. Der Neu-/Umbau dieser Hütte ist aufgrund des Gletscherrückgangs bereits länger im Gespräch – auch von einem neuen Standort auf der anderen Talseite ist die Rede. Am besten also, die Gelegenheit nutzen, und die derzeitige Hütte besuchen, so lange sie in dieser Form besteht!

Der nahe Reschensee bietet weitere Freizeitaktivitäten, wie z.B. Snowkiting oder Eislauf direkt am See. Und natürlich hervorragende Skigebiete, wie Nauders und Schöneben, nur 12 km vom Langtaufererhof entfent.

Skitour: Glockhauser (3.021m)

DER Skitourenklassiker am Ende des Langtauferertals – und das durchaus zu Recht! Relativ lawinensicher bietet dieser Berg zahlreiche Anstiege. Wir entscheiden uns für den Aufstieg entlang des Melag-Bachs ins Mitterkar, das nahtlos ins Seekar südlich des Gipfels übergeht. Die letzte Rampe zum Kreuz ist etwas Wind-exponiert, aber unschwierig. 

Für die Abfahrt gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. a) Entlang der Aufstiegsroute
  2. b) Richtung Westen über den Kapplersee (Rundtour) 
  3. c) durch das Schönkar

Rückblickend wäre die schönste Route der Aufstieg über den Kapplersee in der Sonne und die Abfahrt via Variante 1 oder 3. In jedem Fall bietet die Abfahrt via Schönkar perfekte Skihänge und man gelangt direkt zur Eingangstüre des Langtaufererhofs, wo bereits der frische Apfelstrudel wartet. 

Skitour: Nauderer Hennesiglspitze (3.042m)

Nicht zu verwechseln mit dem nahe gelegenen Namensvetter, der Hennesiglspitze (ohne „Nauderer“). Danke an Sepp Thöni für diesen tollen Tipp! Da diese Skitour nicht als solche in den Karten eingezeichnet ist, wird sie seltener begangenen. Wir steigen direkt vom Hof über den Gruberberg durch den lichten Wald in Richtung Plattei auf. Dort öffnet sich das Gelände und wir halten auf den markanten Berggipfel im Hintergrund zu. Links ginge es ins Tscheier Schartl, rechts in die Radurschlscharte – aber wir gehen quasi „ab durch die Mitte“ auf den Gipfel zu. 

Die Route folgt anfangs dem markanten Rücken und verläuft später eher links haltend über kurze Steilaufschwünge. Bei heikler Schneelage ist die Route nicht zu empfehlen. Die letzten Meter zum Gipfel sind oft windverblasen und verlangen möglicherweise nach Harscheisen – bei uns ist dies jedoch nicht der Fall. 20m vom Gipfelkreuz entfernt befindet sich das Skidepot, von dem aus der Gipfel „erstapft“ wird. Wer sich für die „Überschreitung“ und die Direktabfahrt in den Kessel entscheidet (so wie wir), trägt die Ski ein kurzes Stück. 

Die weitere Abfahrt verläuft entlang der Aufstiegsroute bzw. kann man bereits auf ca. 2.850 oder 2.700m nach rechts in die Hänge abfahren. 

Skitour: Mitterloch-Spitze (3.176m)

Ebenfalls ein beliebter Klassiker – jedoch auf der vermeintlichen Schatt-Seite, die sich vor Ort als gar nicht so schattig erweist. Start ist direkt unterhalb des Langtaufererhofs bei der ehemaligen Talstation des Sessellifts. Von hier kann über die Piste oder die Forststraße zum „Bergrestaurant Maseben “ aufgestiegen werden. Alternativ bietet sich die Möglichkeit, per Pistenbully-Shuttle die knapp 400 Höhenmeter zu überwinden. Wir entscheiden uns für diese komfortable Möglichkeit, da wir unsere Kraftreserven für den Gipfelanstieg benötigen – was sich rückblickend als goldrichtige Entscheidung erweist! Außerdem ist es auch ein besonderes Erlebnis, das man einmal gemacht haben sollte!

Ab der Bergstation folgen wir kurz der Piste entlang des Schlepplifts und halten uns danach rechts im Valbenairtal. Auf ca. 2.700m verlassen wir den Sommerweg und bewegen uns immer rechts unterhalb des gut sichtbaren Gipfelkreuzes aufwärts. Das Gelände steilt kurzzeitig auf, ist insgesamt aber gutmütig und für routinierte Skitourengeher gut machbar. Im Joch machen wir Skidepot und legen die restlichen 130 hm ohne Ski zurück. Bei sehr guter Schneelage (Lawienenlagebericht beachten)) kann man aber auch mit Ski weiter gehen, und direkt vom Gipfel abfahren

Der Gipfel bietet ein grandioses Rundum-Panorama auf die hohen Ötztaler 3.000er, die Ortler-Gruppe und viele weitere Highlights der Region. Gut erkennbar ist auch nahe (und wenige Meter höhere) Falbenairspitze, der ebenfalls von der Alm Maseben erstiegen werden kann. 

Skitour: Weißseejoch (2.968m)

Eine landschaftlich herausragende Tour, die alles bietet, was das Skitourenherz höherschlagen lässt! Vom Langtaufererhof zuerst Richtung Schlepplift und weiter dem Melag-Bach folgen. Am Ende der Hochebene haben wir den vermeintlich direkteren Weg über die rechte Flanke genommen. Geschickter wäre es jedoch, sich auf der linken Seite zu halten und weiter oben in einem Bogen nach rechts zu queren. Also eigentlich so, wie auch in der Kompass-Karte eingezeichnet…

Über kupiertes Gelände geht es über den Samerboden unschwierig zum kleinen See beim Scheibbichl auf ca. 2.600m Seehöhe. Der darauffolgende Hang stellt die erste Schlüsselstelle (in Bezug auf Lawinen) dar. Bei heikler Lawienensituation kann man ab hier über eine sichere, etwas längere Schleife nach rechts ausweichen bis man ins Kar unterhalb des Weißseejochs gelangt. In gleichmäßiger Steigung erreichen wir das Weißseejoch, wo sich ein kleines Holzkreuz befindet. Hier öffnet sich der Blick auf die andere Seite – das Kaunertal. Spektakulär sticht insbesondere die Mautstraße hervor!

Wer möchte, kann etwas steiler links haltend zum Gipfel des Weißseekopfes (3.046m) aufsteigen (Lawinensituation beachten). Auf den letzten Metern können Harscheisen hilfreich sein. Der Übergang vom West- zum Ostgipfel dauert nur wenige Minuten und offenbart noch spektakulärere Tiefblicke ins Kaunertal. Bei entsprechender Schneelage kann direkt vom Ostgipfel abgefahren werden. Die weitere Abfahrt ist sehr abwechslungsreich und kurzweilig – überhaupt bei guter Sicht und genügend Schnee. Vorteil dieser Tour ist, dass sich der Pulver länger hält und wir später über Firnhänge ins Tal gleiten. Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Skitour: Weißkugel (3.738m)

Bereits im Frühwinter kann die Weißkugel nach ausgiebigen Schneefällen (Spaltengefahr!) bestiegen werden. Die Tour verläuft anfangs entlang der Loipe bis zur Melager Alm, wo das Tal enger wird. Für den Aufstieg gibt es primär zwei Möglichkeiten

a) Normalweg: bei sicherer Lawinenlage immer direkt im Bachbett unterhalb der Weißkugelhütte bis zum Langtauferer Ferner. Auf diesem links haltend flach zum Weißkugeljoch und östlich der Weißkugel zum Hintereisjoch. über die steile Flanke ca. 100hm ansteigen (Harscheisen, ggf. kurz Ski tragen) bis zum felsigen Gipfelbaubau. Die Gratschneide zum Felsaufbau ist über 20m sehr ausgesetzt – Steigeisen sind zu empfehlen und ggf. Seilsicherung. 

b) via Bärenbartjoch: Nach der Melager Alm stets auf der rechten Talseite halten. Bei ca. 2.200m beginnt die Moräne, wo es gegen Schluss steiler wird (ggf. Harscheisen bzw. Ski tragen). Der Weiterweg über den Bärenbartferner ist unschwierig. Die letzten Meter zum Bärenbartjoch sind wieder steiler. Vom Bärenbartjoch geht’s über den Matscher Ferner ins Hintereisjoch. Auch hier ist natürlich die Lawinensituation zu beachten, von wo der Normalweg zum Gipfel führt. 

Abfahrtsvarianten:

a) Normalweg: etwas mühsam vom Hintereisjoch zum Weißkugeljoch (mehrmals hoch & runter), tolles Mont-Blanc Feeling über den weiten Gletscher und den folgenden Canyon. Nach dem Canyon immer links so hoch wie möglich halten (Lawinenhänge). Oftmals Firn am Gletscher!

b) Bärenbartjoch: Weniger Gegenanstieg, dafür anspruchsvollere Wegfindung. Oftmals Powder! Ideales Skigelände. Querung über den Matscher Ferner bei später Tageszeit heikel!

c) Nordwand: Ski bis zum Gipfel tragen, über die Nordwand ca. 45° steil direkt auf den Langtauferer Ferner. Schnellste Route. 

d) Ostwand: im oberen Teil 45°, unten flacher. Ggf. knackiger Bergschrund, der unten zu überwinden ist. 

Für c) und d) braucht es top Bedingungen und es empfiehlt sich, die Wände bereits im Aufstieg (entweder via a, c, oder d) auszukundschaften. 

Aufgrund der derzeitigen Schneebedingungen entscheiden wir uns für den Aufstieg via Bärenbartjoch (bzw. den Felsgrat) und die Abfahrt via Normalweg. Bei der aktuellen Situation eine gute Entscheidung. Später im Jahr empfiehlt sich die Tour in umgekehrter Richtung. 

Skitour: Tiergartenspitz (3.068m)

Was auf der Karte nach einer easy Skitour aussieht, entpuppt sich vor Ort trotz der Nähe zum Skigebiet als durchaus anspruchsvolle Skitour. Start ist wieder Talstation  Maseben, direkt unterhalb des Langtaufererhofs, von wo aus es über die Piste oder per Shuttle zum Bergrestaurant Maseben geht. Rechts vom Sessellift kurz der Piste entlang, dann frontal über die Hänge nach oben. Der untere Mahderkopf wird rechterhand liegen gelassen und es geht weiter zu p.2716. Hier kommt eine kurze Tricky-Stelle, bevor man in den Schwarzkopf-Nordhang quert. Die Flanke steil hochsteigen, bis sich der Hang ca. 100 hm unterhalb des Gipfels wieder abflacht. Den markanten Gipfel-Steinmann umgehen wir linksseitig und konzentrieren uns auf den letzten, steilen 120 hm Anstieg auf unser eigentliches Ziel – den Tiergartenspitz! Über den kurzzeitig ausgesetzten Grat gelangen wir zum Gipfelplateau mit schönem Kreuz und grandioser Aussicht. 

Für die Abfahrt gibt es mehrere Möglichkeiten: 

a) via Aufstiegsroute

b) vom Schwarzkopf rechts haltend ins steile Stoankarl und via Valbenairtal zum Bergrestaurant.  

c) kurz vorm Schwarzkopf nach links abzweigen und über schöne Westhänge zur Kaproner Alm oberhalb von Langtaufers. Mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt. 

d) via Aufstiegsroute bis p.2716 und von dort direkt nach Norden oder Nordwesten. Am Ende durch den Wald. 

Wir entscheiden uns für Variante B, die uns einen genialen, unverspurten Powderhang zurück ins Skigebiet beschert. Was für eine geniale Abfahrt! Großer Vorteil dieser Tour ist, dass sie erstens aufgrund der Ausrichtung und Pistenabfahrt auch spät in der Saison gemacht werden kann und zweitens, dass sie dank 10-Uhr-Shuttle und relativ kurzem Aufstieg auch noch am Abreisetag möglich ist. 

Transparency

Danke an dieser Stelle für die Einladung in den Langtaufererhof, wo wir hervorragend versorgt wurden und tolle Tourentipps bekamen. 

 

Fazit

Wer auf der Suche nach Ruhe, Entspannung und Skitouren abseits des Mainstreamtourismus ist, der wird im Langtauferer Tal definitiv fündig! Die atemberaubende Bergkulisse bietet von sanft-entspannt und relativ kurz bis zu technisch anspruchsvoll und sehr lange alles, was das Skitourenherz begehrt!

Als Unterkunft können wir den Langtaufererhof absolut empfehlen. Lage, Zimmer, Service, Küche, Wellnessangebote, Preis-/Leistungsverhältnis…. hier stimmt einfach alles!

Apropos Preise: Auf der Website www.langtaufererhof.it findet ihr immer wieder günstige Pauschalangebote!

Eckdaten

Region:   Langtauferer Tal, Vinschgau, Südtirol
Unterkunft:   Langtaufererhof, 1.870m
Höchster Punkt:   Weißkugel, 3.739m
Berge:   zahlreiche einfache und anspruchsvollere 3.000er. Mit und ohne Gletscherkontakt.
Beste Zeit:   ganzjährig
Hütte(n):   Weißkugelhütte (2.542m), Melager Alm (1.970m), Gasthof Maseben (2.267m)

 

Skitouren

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