Hike: Großer Widderstein

Prolog

Der meteorologisch hammer-mäßige Herbst 2018 neigt sich langsam dem Ende und so nutzten wir die verbleibenden warmen Tage für schöne, nicht allzu lange Touren mit alpinem Charakter. Der Große Widderstein, an dem wir schon unzählige Male mit dem Auto vorbei gefahren sind ist so eine Unternehmung. Zumal er via Hochtannbergpass schnell zu erreichen und auch etwas abenteuerlich ist.

Lage & Erreichbarkeit

Der große Widderstein ist mit seinen 2.533m Gipfelhöhe ein imposanter Felsklotz im Arlberg-Gebiet und wird ganzjährig von erfahrenen BerggeherInnen begangen. Aufgrund der einfachen Erreichbarkeit mit Auto oder Bus tummeln sich hier an schönen Sommer-/Herbsttagen von früh bis spät Menschen und genießen den tollen Rundumblick – u.a. auf den Biberkopf, wo wir ebenfalls vor kurzem oben standen. Ausgangspunkt ist der kostenfreie Parkplatz, der zwischen dem kostenpflichtigen Parkplatz am Hochtannbergpass und dem Hotel Adler Richtung Warth, liegt. Hier befindet sich auch die Busstation für eine naturverträgliche Anreise.

Aufstieg

Vom Ausgangspunkt gibt es zwei Möglichkeiten für die Besteigung:

  • Via Widdersteinhütte eher steil und direkt nach Norden (Weg 443 & 51)
  • Via Hochalppass flacher nach Nordwesten (Wege 59 & 51)

Beide Varianten treffen am Beginn der Süd-Rinne des Widderstein zusammen. Wir entscheiden uns für eine Rundtour und können diese absolut empfehlen. Im Aufstieg lässt sich so außerdem auf der kleinen Hochalp-Alphütte rasten.

Bis zum Einstieg der Rinne handelt es sich mehr- oder weniger um Wandergelände – dann wird es deutlich anspruchsvoller. Der blau-weiß-markierte Weg erfordert solide Trittsicherheit im I-er Gelände. Die Route verläuft meistens leicht links von der eigentlichen Rinne in der Wand und ist dadurch etwas steinschlaggefährdet. An schönen Wochenenden ist ein Helm als zusätzlicher Schutz sicherlich nicht verkehrt. Auch, weil sich in dem Gebiet – mit etwas Glück – Steinböcke tummeln.

Ca. 150hm unterhalb des Gipfelaufbaus öffnet sich die Rinne in Form eines Trichters und am dem Gipfelgrat ist das nahe Kreuz gut zu sehen. Vom Höchsten Punkt aus lässt sich die umliegende Bergwelt bestens bestaunen und wir kommen ins Grübeln, wie denn die Abfahrt im Winter mit Ski wäre…

Gedankenspiel: Widderstein als Skitour

Dazu einige Informationen: Die Rinne an sich hat ca. 40° und ist für erfahrene SkibergsteigerInnen somit möglich. Einstellen kann man sich jedenfalls auf unzählige Spitzkehren, die in steilem Gelände perfekt beherrscht werden sollten. Harscheisen sind obligatorisch und bei entsprechenden Schneeverhältnissen sind Pickel und Steigeisen eine gute Wahl! Der Ausstieg erfolgt direkt in der Falllinie oder (etwas steiler) links bis zum Grat und über diesen zum Kreuz. Abfahrt wie Aufstieg.

Unbedingt wichtig sind sichere Schneeverhältnisse und ein früher Aufbruch (Südexposition). Dieser Tourengeher hatte leider kein Glück: http://www.vorarlberg.at/pdf/060318lwuwidderstein.pdf. Eindrücklich ist bei diesem Unfall, dass die Auslösung ganz oben passierte und die Lawine über die vollständige Länge der Rinne und sogar noch weiter über den Südhang reichte. In Summe also über 1.000m in einem Terrain, in dem man definitiv NICHT mitgerissen werden möchte!

Abstieg

Aber zurück zum Sommer: Der Abstieg erfolgt über den Aufstiegsweg – nur wesentlich schneller. Wir haben Glück und Steffi sieht sogar ihren ERSTEN (!) Steinbock in Nahdistanz, der ganz gechillt auf einem kleinen Felsvorsprung sitzt. Auch einige Jodler und Juchzer locken ihn nicht aus der Reserve 😊.

Nach dem Ende der Rinne treffen wir wieder auf den Wanderweg und gelangen zur geschlossenen Widdersteinhütte, auf deren Sonnenterrasse es sich ausgezeichnet jausen lässt. Über markierte Wanderwege gelangt man unschwierig zurück zur Passstraße, und damit dem Ausgangspunkt der Tour.

Fazit

Spannende (Halb-)tagestour, die auch bei spätem Aufbruch (mittags) gut machbar ist. Alpine Erfahrung und Trittsicherheit erforderlich. Ideal als Rundtour. Sicherlich auch im Winter mit Tourenski eine tolle, durchaus alpine Unternehmung!

Eckdaten

Region:   Arlberg, Vorarlberg
Start/Ziel:   Parkplatz Hotel Adler, 1.666m
Höchster Punkt:   Großer Widderstein, 2.533m
Schwierigkeit:   Alpines Wandergelände
Fels bis I
Beste Zeit:   ganzjährig
Hütte(n):   Widdersteinhütte, 2.009m

 

Impressionen

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