Ostern steht vor der Tür, die Skitourensaison ist noch lange nicht zu Ende und auf der Suche nach einer ruhigen Hütte stoßen wir auf die südtiroler Berglhütte. Gesagt getan treffen wir uns Freitag 18:00 in Landeck und fahren über den Reschenpass nach Trafoi. Telefonisch haben wir von der Wirtin erfahren, dass aufgrund zahlreicher Gäste-Absagen die Hütte geschlossen ist – sie uns jedoch den Schlüssel hinterlegt haben. In der Dämmerung steigen wir von Drei Brunnen steil durch den Wald auf. Der Weg ist aufgrund des Geländes und der Schneeverhältnisse so anspruchsvoll, dass wir seit der geplanten 2 Std. knapp 3.5 Std. benötigen.

Glücklicherweise klappt mit dem Schlüssel alles und die Wirtin gibt uns via Handy eine kurze Hütteneinweisung (Gas einschalten, etc.). Als erstes wird der Ofen eingeheizt, damit die kalte Hütte etwas auftaut. Danach richten wir unser Lager im Gastraum und fallen um halb zwei in die „Federn“.

Samstag ist ausschlafen angesagt, was uns trotz der kühlen Hüttenluft aufgrund des strapaziösen, nächtlichen Hüttenzustiegs alles andere als schwer fällt. Nach dem Brunch beschließen wir, zu einer kurzen Tour zum Niederen Ortlerferner aufzubrechen. Die Crux befindet sich gleich zu Anfang in Form einer ca. 500m langen Querung in haarigem Gelände. Am Beginn des Ferners entschließen wir uns, die angepeilte Rundtour ums Kl. Eiskögel an Ort und Stelle aufgrund der schlechten Sicht abzubrechen. Zurück bei der Hütte entschließe ich mich zur weiteren Abfahrt entlang der Aufstiegsroute vom Freitag um zumindest ein paar Höhenmeter zu machen. Abfahrtstechnisch bei guten Schneeverhältnissen sicherlich lustig – heute aufgrund LWS 3 und 30cm nassem Neuschnee eher weniger.

Sonntagmorgen lacht uns die Sonne ins Gesicht und wir starten entlang der Route vom Vortag. Weit und breit sind überall Lawinenabgänge zu sehen bzw. hören und so entscheiden wir uns in der Hälfte der Querung zur Umkehr. Zurück bei der Berglhütte beratschlagen wir das weitere Vorgehen und brechen ohne Christina Richtung Ortler auf. Wohl wissend, dass wir es sicherlich nicht rauf schaffen werden. Die Route verläuft logisch dem Gelände angepasst und ist alles andere als langweilig. Vor der Steilstufe unterhalb des Gletscherbruchs (Biwak) treffen wir auf 2 Tiroler, die über die Nordwand auf den Ortler gestiegen und über die Berglhütte abfahren. Wir spuren bis knapp vor den Bruch, wo wir vor einer kurzen, aber heiklen Querung die Ski abfellen.

Die Abfahrt zur Berglhütte ist genial – sowohl in Bezug auf die Hänge als auch was die Schneeverhältnisse betrifft! Einziges Manko ist, dass sich bereits am Samstag eine meiner Skikanten langsam verabschiedet hat und sich nun komplett vom Ski gelöst hat. Dem Abfahrtsspaß tut das jedoch keinen Abbruch :-) Bei der Hütte treffen wir auf eine deutsche 6er Gruppe, die sich für eine Nacht auf der Hütte einquartieren. Wir folgen der Empfehlung des Bergführers und fahren durch die Bach-Rinne rechts von der Hütte ab. Nachdem im unteren Teil leider viel zu wenig Schnee ist queren wir wieder in den Wald und fahren/steigen abenteuerlich durch diesen bis zum Parkplatz ab. Bei schönstem Wetter treten wir etwas wehmütig die Heimreise an und freuen uns auf die nächste gemeinsame Unternehmung.

Fazit: Schöner Hüttenstützpunkt und spannende Tourenmöglichkeiten. Für uns haben die Bedingungen dieses Mal leider nicht gepasst, aber beim nächsten Versuch klappt’s sicherlich :-) Danke Christina und Jürgen für die Fotos!

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